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Hydrokompressorenturm

Wahrzeichen der Anlage ist der 47m hohe Hydrokompressorenturm. Dieses Montandenkmal wurde 1912 errichtet und war Teil einer wassertechnischen Anlage, mit der jahrzehntelang Druckluft  für die Maschinen im Bergwerk erzeugt wurde.

Mit dem 1912/13 auf dem Knesebeck-Schacht erbauten Hydrokompressor verfügt das Bergbaumuseum Bad Grund heute über die vermutlich einzige noch erhaltene Anlage dieser Art. Der bis 1977 betriebene Kompressor hatte eine Druckluft-Kapazität von ca. 660 m³/h.

Beim Bau musste zusätzlich ein über 45 m hoher Turm errichtet werden, um eine optimale Fallhöhe von über 100 m zu erreichen. Die Errichtung eines derartigen Turmes war einzig am Knesebeck-Schacht notwendig, da sich die Schachtanlage an einem Berghang befindet und das Wasser von einem Bassin auf dem Berg zu einem Punkt ca.40 m senkrecht über dem Schacht gelangen musste. Dies war nur mit einer weiteren kommunizierenden Röhre, die von einem Gitterturm gehalten wurde, möglich. Das Wasser wurde somit durch seine eigene Kraft auf den Hydroturm gedrückt, um von dort senkrecht in die Tiefe zu stürzen.

Funktionsweise und Technik des Hydrokompressorenturmes

Der Hydrokompressor arbeitet nach dem Prinzip einer kommunizierenden Röhre. Die Drucklufterzeugung erfolgt hierbei durch Wasserdruck (hydraulisch). Der Wasserdruck wird unmittelbar ohne weitere Kraftübertragung zur Kompression der Druckluft eingesetzt. Ein Hydrokompressor besteht aus einem Wasser-Fallrohr, einem Steigrohr und einem Drucktank, dem sog. Luftabscheider, am tiefsten Punkt der Rohrleitung. Die Fallleitung ist mit einem offenen Saugkopf zum Ansaugen von Luft ausgestattet. Durch den beim herunterfallen des Wassers entstehenden Unterdruck im Rohr wird Luft angesaugt und mit in die Tiefe gerissen. Durch das permanente Nachfallen eines Luft- Wassergemisches ist es der Luft nicht möglich, wieder im Fallrohr aufzusteigen. Am tiefsten Punkt des Systems befindet sich der Luftabscheider. Erst hier trennt sich die Luft wieder vom Wasser, kann aber nicht entweichen und steht sofort als Druckluft zur Verfügung. Der Höhenunterschied zwischen dem Saugkopf und der Wasseraustrittsöffnung der Steigleitung entspricht dem nutzbaren  Wassergerfälle.

Die Höhe des Drucks, der auf der eingeschlossenen Luft lastet, wird bestimmt durch die Höhe der Wassersäule in der Steigleitung.