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20.02.2014

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05.11.2017

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Das TRAFO-Programm ist eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes, die von 2016 bis 2023 Regionen dabei unterstützt, ihre Kulturorte und ihr Kulturangebot dauerhaft zu stärken und sie bei den ersten Schritten in Richtung Zukunft begleitet.
In den bisher beteiligten Regionen Oderbruch, Südniedersachsen, Saarpfalz und Schwäbische Alb werden Modelle und Herangehensweisen erprobt, kleine Einrichtungen im ländlichen Raum attraktiver und zukunftsfähig zu machen.
Eine der wesentlichen Fragen lautet hierbei: Und wie können sich Kulturinstitutionen vor Ort für neue Aufgaben, Inhalte und Kooperationen öffnen?
Die Beantwortung dieser Frage geschieht in Zusammenarbeit mit Bürgerinnen und Bürgern, Schulen, Vereinen und Firmen vor Ort, die als Experten ihrer Region mitentscheiden, was sie von ihren Kultureinrichtungen erwarten und was dort in Zukunft geschehen soll.
Mehr Informationen zu allen laufenden TRAFO-Projekten in Deutschland finden Sie auf der TRAFO-Homepage.

TRAFO IM OBERHARZ: HARZ|MUSEEN|WELTERBE

Mit Hilfe des Programms TRAFO: HARZ|MUSEEN|WELTERBE - WELTKULTUR TRANSFORMIERT EINE REGION sollen von 2016 bis 2019 vier ausgewählte Kultureinrichtungen in der Welterberegion Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft unterstützt und gemeinsam mit der Bevölkerung vor Ort weiterentwickelt werden.
Im Mittelpunkt des Oberharzer TRAFO-Projektes stehen das Oberharzer Bergwerksmuseum in Clausthal-Zellerfeld als größte der vier Einrichtungen und Sitz des Projektbüros sowie die Besucherbergwerke Grube Samson in St. Andreasberg, der 19-Lachter-Stollen in Wildemann und die Schachtanlage Knesebeck in Bad Grund.
Dabei sollen nicht nur Ausstellungselemente aktualisiert, sondern vor allem neue Formate entwickelt werden, wie der Harzer Bergbau, seine Geschichte und das daraus hervorgegangene Weltkulturerbe Oberharzer Wasserwirtschaft (Welterbe-Ernennung 2010) zeitgemäß und nachhaltig vermittelt werden können.
Da ein Museum der Zukunft mehr sein soll als ein Ort der Geschichtsvermittlung, ist es wichtig, dass die Menschen vor Ort zu Wort kommen und die Chance haben sich einzubringen. Es sollen Ideen und Wünsche ausgetauscht, bestehende Missstände benannt, Verbesserungen vorgeschlagen und aktiv mitgestaltet werden.
Allen Bewohnerinnen und Bewohnern des Oberharzes soll im Rahmen von Beteiligungsworkshops und Schulprojekten die Möglichkeit gegeben werden, an Ihren Museen und Besucherbergwerken mitzuarbeiten und eine der wohl wichtigsten Fragen der Museumsarbeit zu beantworten: Was hat das Alles mit mir und meinem Leben heute zu tun?
Aktuelle Informationen zum Projektstand und zu geplanten Beteiligungsworkshops finden Sie im Blog und im Veranstaltungskalender der Stiftung Welterbe Harz..

TRAFO an der Schachtanlage Knesebeck

Auf der Schachtanlage Knesebeck kann die technische Entwicklung einer Schachtanlage des Gangerzbergbaus über den Zeitraum von Mitte des vorigen Jahrhunderts bis in die 90er Jahre des 20. Jahrhunderts anhand von Orginalsubstanz umfassend dargestellt werden. Der untertägige Museumsbereich ist seit 1998 zugänglich.
Visuelles Merkzeichen des Knesebeck-Schachtes ist der Hydrokompressorenturm von 1912, der als technische Rarität überregionale Bedeutung hat und als „Zeigefinger Gottes“ weithin sichtbar auf den Standort des Knesebeck-Schachtes hinweist. Er ist ein weltweit einzigartiges technisches Denkmal.
Ein weiteres herausragendes Charakteristikum ist die Funktion des Knesebeck- Schachtes in einem ganzen System von unterschiedlichen Förder-, Befahrungs-und Versorgungsschächten des ehemaligen Erzbergwerks Grund, die zusammen mit vielen Stollenmundlöchern, Teichen, Wassergräben und Röhrentouren der Wasserkraftnutzung des „GrunderGefälles“ als Teil des Oberharzer Wasserregals bis hin zu prächtigen bergbaurelevanten Gebäuden und Siedlungen in der Stadt quasi ein “begehbares Geschichtsbuch“ der Industriekultur ist.

Technisches Denkmal:
Zur Knesebeck-Anlage, einem ca. 5000 m² großen Areal, gehören ein Betriebsgebäude mit Schachthalle, Kaue, Trafostation sowie Kompressorenhalle, ferner das Fördermaschinenhaus, ein Lüftergebäude und als singuläres Montandenkmal von überregionaler Bedeutung der 47 m hohe „Hydrokompressorenturm“. Er bildet den bergbauhistorisch herausragenden Mittelpunkt des Ensembles. Der Turm wurde 1912 erstmals errichtet und diente zusammengehörig mit weiteren über- und untertägigen wasserführenden Einrichtungen bis 1977 zur Drucklufterzeugung für die Grube.
Das Fördermaschinenhaus mit dem Fördergerüst wurde in Nachfolge älterer fördertechnischer Einrichtungen und Bebauungen 1923 errichtet. Zugleich wurden strombetriebene Kompressoren installiert. Durch den immer größeren Bedarf an Druckluft ergänzten sie die Hydrokompressorenanlage. Einer der Kompressoren ist in der 1952 erweiterten Kompressorenhalle noch erhalten. Diese wird jetzt für die Museumsausstellung genutzt.
Neben den moderneren Betriebsanlagen befinden sich auf dem Gelände des Knesebeck-Schachtes Relikte des historischen Bergbaus. Zu nennen sind hier ein 1894 angehauener Suchstollen und vor allem die noch gut erhaltenen Substruktionen der übertägigen Kunst - und Kehrradstube aus der ersten Betriebsphase des Schachtes sowie die zugehörigen bis zum heutigen Tage intakten Wasserläufe. Dieser z.T. auch untertägige wasserwirtschaftliche Bereich ist ab 1998 in den Museumsbetrieb mit einbezogen worden.
Das gesamte Ensemble zeigt in situ deutlich die technische Entwicklung des Bergbaus von älteren Techniken wie der jahrhundertelang ausschließlich genutzten Wasserkraft hin zu pneumatischen und elektrischen Antriebsarten: Wasserkraftmaschinen - Druckluftantrieb; Hydrokompressor - Stromkompressor; Wasserräder - elektrische Fördermaschine; Wetterschächte (Lichtlöcher) - Grubenlüfter (Elektroventilator).

Ausstellung:
In der ca. 100 m² großen Kompressorenhalle werden momentan Mineralien sowie Erze und deren Aufbereitungs- und Verhüttungsprodukte aus den Grubenrevieren Bad Grund gezeigt. Aus dem Bereich des Grundner Bergwerks finden sich in der Ausstellung mehrere dreidimensionale Glaskasten-Grubenmodelle, eine Fotoserie über untertägige Arbeitsvorgänge in den 50er bis 70er Jahren, unterschiedlichste Gerätschaften sowie Uniformteile und Fahnen, desweiteren allgemeine Abbildungen und Illustrationen zur Geschichte des Bergbaus.

Freigelände:
Das großflächige Plateau der Abraumhalde der am Berghang gelegenen Bergwerksanlage wird als Museums-Freigelände genutzt. Hier sind bislang etliche ältere Untertage-Fahrzeuge aus dem Bad Grundner Erzrevier unter verschiedenen Ausbau-Nachbauten ausgestellt. Herausragendes Exponat ist eine 1914 erbaute E- Lok, die über 60 Jahre lang in der Grube ihren Dienst verrichtete. Durch die Bergwerksschließung bedingt, konnten jetzt alle in den letzten Jahrzehnten untertage eingesetzten Fahrzeugtypen von einfachen Loren bis hin zu dieselgetriebenen Großraumförderwagen der neuesten Bauart in den Fundus des Museums aufgenommen werden. Die Freigelände-Ausstellung wurde um einen größeren Streckennachbau erweitert, um den Arbeitseinsatzes dieser Fahrzeuge darstellen zu können.